Blanc de Noir oder Weissherbst

Ob «Blanc de Noir» oder «Weißherbst», genau zu beantworten war diese Frage Ende Februar noch nicht.

Da die 2018er Spätburgundertrauben sehr farbintensiv waren (gut für Rotwein), gelangte zwangsläufig auch mehr Farbe in den abgepressten Most. Ob der rote Farbstich des daraus produzierten Weines zu stark ist, entscheidet die Landwirtschaftskammer bei der Vergabe der Pruüfnummer. Diese hatten wir aber noch nicht beantragt, da der Wein bis zum 25. Februar mit 21g/l Restzucker immer noch gärte.

Um Ihnen dieses Jahr noch einen SpätburgunderSommerwein anbieten zu können, haben wir die Gärung gestoppt. Dieser 2018er wird also feinherb sein. Generell war 2018 die Tendenz zu einer verhaltenen Gärung an der Mosel groß, womit zwangsläufig ein erhöhter Anteil an feinherben Weinen verbunden sein wird.

Verantwortlich hierfür sind vermutlich im Wesentlichen zwei Sachverhalte: Zum Einen oftmals erhöhte Alkoholgehalte der 2018er Weine, zum Anderen ein verminderter Anteil an eiweißhaltigen Hefenährstoffen in den 2018er Mosten.

Während des warmen und trockenen Sommers produzierten die Reben im letzten Jahr vermehrt Blattmasse und im Herbst viel Zucker, den Sie in die Trauben einlagerten. Die hohen Zuckergehalte führten zu erhöhten Alkoholgehalten in den Weinen. Der aber ist Gift fu?r die Hefen. Darüber hinaus „hungerten“ die Hefen im Jungwein ab einem bestimmten Gärstadium, weil die für die Hefen wichtigen Eiweißnährstoffe fehlten. Diese hatte die Rebe während des sommerlichen Wachstums selbst verbraucht. Während die Wachstumsbedingungen für die Rebe 2018 also optimal waren, war der Jahrgang eher ein „Hunger Jahrgang“ für die Hefen.

Deshalb hätten wir Ihnen in diesem Jahr entweder einen feinherben «Blanc de Noir» oder einen «Weißherbst» anbieten können! Zwischenzeitlich hat sich die Lage aber geklärt und der «Weißherbst» kann als Wein Nr. 10 im Weinshop bestellt werden.